John Muir Way

Diesen August ist es wieder soweit. Wir werden den Ende April in Schottland eröffneten John Muir Way von der Westküste (Helensburgh) via Edinburgh zur Ostküste (Dunbar) erwandern.

Ein neue kompakter Rucksack ist gekauft und die altbewährten Trekkingschuhe sind geklebt. Es kann uns also nichts mehr aufhalten! Ich freue mich!

 

13. August 2014
1. Etappe: Helensburgh – Balloch

Zuerst von der Glasgow Central Station mit dem Zug nach Helensburgh.
Start des Weges ist das Pier, also noch einige Schritte zurück zum Meer und: Foto! Dann müssen wir das Meer im wahrsten Sinne hinter uns lassen. Wir marschieren den Hügel hoch, vorbei an wunderschönen Edwardianischen Villen. Oben angelangt liegt rechterhand das Hill House, vom Architekten Charles Rennie Mackintosh erbaut, aber erst nachmittags geöffnet. Also weiter. Hinter dem Hill House verlassen wir die versiegelte Straße und dürfen durch ein Stückchen Natur gehen. Aber dann, so schnell es gekommen ist es vorbei und wir befinden uns wieder auf einer Durchzugsstraße, der A818. Dieser folgen wir auf dem breiten Radweg neben der Straße für 2 Kilometer.

Endlich zweigt der Weg dann rechts in die Berge ab. Wir gehen auf einem Forstweg leicht steigend am Ben Bowie vorbei zum Gouk Hill, 277 m. Links weist ein Wegweiser den Weg zu einem Aussichtspunkt über das Loch Lomond. Nicht verpassen! Das war dann auch schon der höchste Punkt für heute.

Ab hier geht es durch den Wald bergab und über eine riesige abgeholzte Fläche in Richtung Balloch. Nach einer Abzweigung links sieht man dann auch schon bald das Südufer des Loch Lomond und das Städtchen Balloch. Wir steigen die alten Stoneymollan Road, auf der früher die Toten zum Friedhof getragen wurden, hinunter bis eine Asphaltstraße beginnt. Von hier ist es nur mehr eine Meile bis zu den Loch Lomond Shores, eines Ausflugszentrum mit allem drum und dran, d.h. Aquarium, Ausflugsdampfer, Tretbooten, Cafés und Shops.

Tipps:
Quartier: Woodvale Bed & Breakfast, Balloch
Essen: Restaurant „The Lochside“, Balloch

Länge: 15 Kilometer
Dauer: 4 Stunden

 

14. August 2014
2. Etappe: Balloch – Strathblane

Getting lost in the Burncrooks forest

In unserem Führer steht „unofficial adventurous option“ und natürlich ist das DIE Option für uns. Wir kommen aus Österreich und sind sehr bergerfahren. Also, wo ist die Herausforderung? Außerdem würden uns sonst fast 30 km auf Asphalt bevorstehen.

Wir marschieren also auf dem offiziellen Weg los, durch den Balloch Country Park und vorbei am Balloch Castle (derzeit in Renovierung) und hinaus durch das Nordtor. Es geht über typisch englische Nebenstraßen, d.h. rechts und links gesäumt von Hecken und Trockenmauern, durch Farmen und Viehweiden. Kurz müssen wir die stärker befahrene B811 kreuzen, aber das war es dann auch schon. Auf die Psyche wirken sich die schier endlosen Geraden dafür eher schlecht aus.

Kurz nach der Abzweigung nach Gartocharn geht es dann los mit unserem Abenteuer. Der offizielle Weg führt an einer Kreuzung nach links, wir gehen aber geradeaus weiter. Danach müssen wir noch rund 2 km auf schmalen Straßen bis zum letzten Haus. Unter einer Hochspannungsleitung durch (gelbe Sicherheitsabsperrung) und dann auf einer Forststrasse durch eine Baumpflanzung bis zu einer langen Rechtskurve. Genau in der Kurve zweigt links in eine Feuerschneise unser Weg ab. „Weg“ stellt sich als sehr übertrieben heraus, aber die Richtung durch den Wald zum Burncrooks Reservoir soll mit weißen Bändern markiert sein. Ist er auch, aber nur drei Bänder lang, dann war kein Band mehr zu sehen.

Also schlagen wir uns in südöstlicher Richtung durchs Dickicht, durch toten Wald und über Feuerschneisen. Der Untergrund ist entweder staubtrocken oder „boggy“ – was bedeutet, dass der Boden mit grünen bis rostroten Flechten bedeckt ist, die sich bei Darauftreten als bloße Wasserabdeckung herausstellen. Wir gehen ca. 2 km, überqueren einen Fluss bis wir an einem Zaun halten müssen, an dessen andere Seite Farne ein Moor anzeigen. Jetzt ist guter Rat teuer, die Karte kann uns nicht weiterhelfen.

Schweren Herzens gehen wir zurück und und marschieren zur Freude einer Kuhherde durch die Gallangad Farm bis zur A811, wo wir uns ein Taxi rufen und uns nach Strathblane führen lassen. Die weiteren 20 Kilometer auf der Straße nach Strathblane würden wir an diesem Tag sowieso nicht mehr schaffen.

Nun sind die Schuhe durchtränkt mit braunen Wasser, die Beine und Arme aufgekratzt von toten Ästen, wir aber eine Geschichte reicher. Das Reservoir haben wir nie gesehen.

Länge: ca. 24 Kilometer
Dauer: 7:30 Stunden

 

15. August 2014
3. Etappe: Strathblane – Kilsyth

Hinter dem Kirkhouse Hotel, etwas die Straße hoch, beginnt rechts der Strathkelvin Railway Path, auf dem wir bis Kirkintilloch marschieren werden. Der kombinierte Rad- und Fußweg wird direkt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse geführt und ist (natürlich) durchgehend asphaltiert, aber auch sehr eben.

Wir passieren die Berge Lairs und Cort-Ma Law sowie die Orte Lennoxtown und Milton of Campsie. Kurz vor Lennoxtown gesellt sich das Glazert Water zum Weg, das ab Kirkintilloch (Lunch) zum ruhigen und beschaulichen Forth & Clyde Canal wird. Ab diesem Ort beginnt auch der von den Römern 140 n.Chr. erbaute Antoninus Wall, der sich bis an die Ostküste erstreckt.

In der Ortschaft Twechar verlassen wir den Kanal und marschieren rechterhand auf den Bar Hill, 155m, auf dem die Überreste des römischen Bar Hill Fort und eines römische Bades zu besichtigen sind. Das Bar Hill Fort war die höchste Befestigungsanlage des Antoninus Wall und wurde 210 n.Chr. aufgegeben.

Wir folgen dem Weg und biegen links auf einen Fußweg ein, der uns direkt zur Auchinstarry Marina, zum Boathouse Pub führt.

Tipps:
Café: D’nisi Coffee, Kirkintilloch
Quartier und Essen: The Boathouse Inn, Kilsyth

Länge: 21 Kilometer
Dauer: 5:00 Stunden (ohne Besichtigungen)

 

16. August 2014
4. Etappe: Kilsyth – Falkirk

Schottisches Wetter und leidender Fuß. Das heißt wir gehen in einer dreiviertel Stunde zum Bahnhof in Croy und fahren von dort in 9 (!) Minuten nach Falkirk. Wir hätten zu Fuß für die 20 km 5 Stunden gebraucht!

Am Nachmittag spielen wir Touristen und besuchen das Falkirk Wheel, eine Hebevorrichtung für kleine Schiffe, die den Forth & Clyde Canal mit dem Union Canal verbindet und spazieren zum Rough Castle, dem am besten erhaltenen Fort der 19 Wehranlagen der Römer am Antoninus Wall.

Tipps:
Essen: The Orchard, Falkirk
Café: Tea Jennys, Falkirk

 

17. August 2014
Falkirk

Heute ist unser geplanter Ruhetag in Falkirk. D.h. wir wollen nur wenig gehen: in den neu eröffneten und noch nicht ganz fertiggestellten Freizeitpark The Helix mit den Pferdeskulpturen The Kelpis (5 km) und danach in den Callendar Park mit dem Callendar House (3 km).

 

18. August 2014
5. Etappe: Falkirk – Linlithgow

Windig, sehr windig. Wir gehen nochmals in den Callendar Park und vorbei am Callendar House, hinein in den zugehörigen Wald bis ans Südende; dann weiter nach Süden um am Union Canal einzuschwenken. Dem Union Canal werden wir bis kurz vor Linlithgow folgen.

Wir passieren also die Outskirts von Falkirk, vorbei an Produktion für Bau, Service für Auto und Supermärkten. Die Orte heißen Redding, Polmont und Brighton. Und wie so oft auf den Inseln sind wir von einem Schritt auf dem anderen wieder in der Natur. Der Union Canal ist schmäler als der Forth & Clyde, dafür aber nicht so tief eingeschnitten. Wir können unsere Blicke über die Kulturlandschaft schweifen lassen. Dort gibt es Ruinen von alten Burgen, Schafe und Kühe, aber auch am Meer weit im Norden Chemieindustrie und Ölraffinerien.

Etwa 3 Kilometer vor Linlithgow treffen wir auf den River Avon. Der Union Canal wird über ein Aquädukt in luftiger Höhe über den Fluss weitergeführt. Auch wir überqueren den Avon auf dem Aquädukt. Allerdings ist ein kurzer Abstieg über Holztreppen bis zum Fluss hinunter sehr empfehlenswert. Einige hundert Meter nach dem Aquädukt geht der Weg links ab auf den Heritage Trail.

Wer die Stadt Linlithgow besuchen möchte, sollte hier am Union Canal bis zum Linlithgow Canal Centre weitergehen und dann links in das Town Centre abbiegen. Der John Muir Way wird eigenartigerweise am Westende der Stadt vorbeigeführt.

Der Heritage Trail wird am Fluss entlang auf renaturiertem Gebiet bis zum Vorort Linlithgow Bridge, Austragungsort der großen Schlacht 1526 um die Regentschaft von James V. in Schottland geführt.

Die hübsche Kleinstadt ist berühmt für seine Geschichte: Mary, Queen of Scots, (Maria Stuart) wurde 1542 im Linlithgow Palace geboren. Auch einen Besuch Wert, v.a. der Garten: das Stadtmuseum Annet House Museum.

Tipps:
Café: Brodies of Linlithgow
Essen: Pub „The Four Marys“, Linlithgow
Quartier: Strawberry Bank House

Länge: 14 Kilometer plus 3
Dauer: 4:30 Stunden

 

19. August 2014
6. Etappe: Linlithgow – South Queensferry

Nach einem vorzüglichen Frühstück mit frischen Früchten, Porridge und Käse machen wir uns wieder auf dem Weg zum Weg. Im Ernst, wir können das gekochte Einerlei am Morgen mit Speck, Würstchen und Champignons bald nicht mehr sehen bzw. essen. Wir gehen also noch einmal zum Linlithgow Palace, marschieren am Ufer des Linlithgow Loch entlang, umrunden die Stadt und stoßen nördlich der Stadt wieder auf den John Muir Weg.

Weiter geht es nach Norden in Richtung Meer hindurch durch schottische Kulturlandschaft mit reifen Getreidefeldern, Hecken und Laubbäumen. Nach rund 3 Kilometern treffen wir auf das Kinneil House, einer Ruine eines einstmals herrschaftlichen Hauses. Im Häuschen davor hat John Watts seine Dampfmaschine verbessert. Etwas weiter treffen wir auf die Gleise der Bo’ness & Kinneil Railway, einer dampfbetriebenen Museumsbahn. Bald treffen wir auf die Küste und wir gehen ihr entlang in den schmucken Ort Bo’ness (kurz für: Borrowstounness).

Die nächsten 8 Kilometer stehen im Zeichen des Meeres. Da der Weg zur Zeit befestigt wird, wird abgeraten, den Weg bei Flut zu begehen. Das wer ist aber erst in zwei Stunden so weit zurückgewichen, dass der Weg begehbar ist. Also nehmen wir den Bus bis Blackness Castle. Blackness Castle diente zur Blüte von Linlithgow als Gefängnis und Verteidigungsanlage.

Westlich von Blackness Castle beginnt der 3 Kilometer lange Wester Shore Wood direkt am Meer, und wir erreichen des Park um Hopetoun House. Hopetoun House ist das unglaublich große Herrschaftshaus des Earl of Hopetoun, das 1707 fertig gestellt wurde und das aus Kostengründen in den Sommermonaten Besuchern gegen Obolus zur Besichtigung offen steht.

Da auch das Betreten des Parks schon eine Gebühr mit sich bringt, führt der John Muir Weg in großen Bogen um das Anwesen vorbei. Wir finden aber eine Lücke und schlüpfen hinein. Und nehmen unseren High Tea in den ehemaligen Stallungen der Residenz, dem Stables Tearoom.

Aber nun wird es wieder mühsam. Die restlichen Kilometer von den der Einfahrt zum Anwesen bis zur Eisenbahnbrücke über den Kanal Firth of Forth in South Queensferry führt ausschließlich auf Asphalt. Zwar ist der Weg durchwegs reizvoll – direkt am Meer unter 3 Brücken hindurch und durch den hübschen historische Stadtkern, aber die Knochen schmerzen trotzdem.

Länge: 18 von 23 Kilometer
Dauer: 5:00 Stunden (ohne Pausen)

 

20. August 2014
7. Etappe: South Queensferry – Edinburgh

Diesmal treten wir aus der Tür unseres Quartiers am Hawes Pier und schon sind wir am John Muir Weg. Wir marschieren durch den riesigen Park, den das Dalmeny House umgibt. Meist wird der Weg sehr nach am Meer durch Wald geführt, ein Abstecher auf die Sandstrände ist fast jederzeit möglich. Und die sind ein wahres Paradies für Muschelsucher.

Wir umrunden also den Kopf des Anwesens im Norden und rund nach ca. 2,5 km lohnt es sich, einen kleinen Umweg zu einem Picknickplatz einzulegen. Tolle Blicke auf den Forth und die Brücken sowie die Silhouette des Arthur’s Seat belohnen uns. Nach wiederum 2 km öffnet sich der Wald und wir marschieren über die weiten Parkflächen vor dem Dalmeny House, dem Sitz des Earl of Rosebery vorbei. Wir folgen dem Shore Walk und passieren den Eagle Rock, blicken auf das Cramond Island und wenden uns scharf rechts wieder dem Landesinneren zu.

Bald müssen wir das Dalmeny Estate verlassen, wir gehen links an einem Pub vorbei und überqueren die Cramond Old Brigg. Wir befinden uns in einem Vorort Edinburghs, in der Nähe des Flughafens, wie wir an den stetig anfliegenden Flugzeugen sehen.

Wir folgen der Barton Avenue und dann der East Barton Avenue durch teures Wohngebiet und betreten den Davidson Mains Park. Hier trennen wir uns vom John Muir Weg und gehen fast direkt in Richtung Botanischer Garten während der Weg ins Stadtzentrum führt.

Länge: 17 Kilometer
Dauer: 5 Stunden

 

21. und 22. August 2014
Edinburgh

2 days @fringe – The Edinburgh Festival

Scottish National Gallery of Modern Art

Rebus Tours – Hidden Edinburgh

Tipps:
Essen: Hector’s, Stockbridge
Essen: Earthy
Essen: Engine Shed
Essen: First Coast
Quartier: Botanics Bed & Breakfast, Edinburgh

 

23. August 2014
8. Etappe: Edinburgh / Musselburgh – Aberlady

Mit einigen Problemen finden wir an der Princess Street den richtigen Bus, der uns auch samstags in den Vorort Musselburgh bringt. Für NachahmerInnen: Die Nummern 26 und 44 fahren bis Seton Sands, einem Caravanpark etwa 11 Kilometer westlich von Musselburgh. In Musselburgh steht das älteste Pferderennstadion und der erste Golfplatz in Großbritannien.

Wir folgen in Musselburgh also von der High Street kommend den River Esk am westlichen Ufer zum Meer und marschieren entlang der Hafenpromenade, die auch einst für militärische Übungen herhalten musste bis zu den ersten Häusern von Prestonpans. In Prestonpans wurde bis zu den 1960er Jahren Kohle gefördert und hatte einst einen großen Hafen (Morrison’s Haven). Heute ist es, seit vor einigen Jahren das Kohlekraftwerk in Cockenzie zugesperrt hat, ein tristes, heruntergekommenes kleines Städtchen. Dafür sind die Einheimischen umso freundlicher und freuen sich über jeden Schwatz. Das Kraftwerk wird gerade abgebaut, noch führt der Weg aber um die Ruine herum.

Bald darauf kommen wir durch Port Seton, einem kleinen Fischerstädtchen mit dem besten WC in East Lothian. Bis zum Caravanpark Seton Sands wird der Weg noch neben der Straße geführt, dann dürfen wir durch die Dünen entlang des Strandes gehen. Ab jetzt treffen wir immer wieder auf Beton-Panzersperren aus dem 2. Weltkrieg.

Erst an der Grundstücksgrenze des Gosford Houses biegen wir auf einer Holzbrücke vom Strand in einen Wald (Harstanes Wood), gut bestückt mit Panzersperren, ein. Durch diesen gehen wir entlang der Straße bis ins hübsche Aberlady.

Tipp:
Café: Deli „The Howff“, Port Seton

Länge: 18 Kilometer
Dauer: 4:30 Stunden

 

24. August 2014
9. Etappe: Aberlady – North Berwick

Etwa einen halben Kilometer nach Aberlady führt eine lange Holzbrücke in das Aberlady Bay Local Nature Reserve. Damit verlassen wir den John Muir Weg bis zu unserem Etappenziel North Berwick. Wir haben damit eine bewusste Entscheidung gegen das Wandern auf Asphalt und für einen wunderschönen Tag am Meer getroffen. Obwohl das Meer während der letzten beiden Etappen sehr nah ist und der einzigartige Yellowcraig Beach wartet, haben sich die PlanerInnen des John Muir Ways unverständlicherweise entschieden, den Weg ausschließlich im Landesinneren und vor allem auf Straßen zu führen.

Wir durchqueren das Naturreservat in Richtung Gullane Point und betreten auch gleich dem ersten langem Strand, Gullane Bay. Bis North Berwick verlassen wird die Küstenlinie nicht mehr. Wir gehen entweder direkt auf den Stränden oder auf Fußwegen in den vorgelagerten Dünen.

Sobald die Küstenlinie nach Osten biegt, können wir Fidra Island mit seinem Leuchtturm sehen. Diese Insel hat R. L. Stevenson als Vorlage für seine Schatzinsel benutzt, denn er verbrachte dort lungenkrank einige Sommer bei seinem Cousin, der den Leuchtturm erbaute.

Bald danach biegen wir in den lang gestreckten Sandstrand Yellowcraig ein, der bis zur Stadt North Berwick reicht. Wir wagen mutig ein paar Schwimmzüge bei gefühlten 10 Grad Wassertemperatur.

Wir überqueren einen der unzähligen Golfplätze („Scottish Golf Coast“) und schwenken am Ostende von North Berwick wieder auf dem John Muir Way ein, der uns in die belebte High Street von North Berwick führt.

Tipp:
Café: Steampunk Coffee, North Berwick

Länge: ca. 18 Kilometer
Dauer: 5 Stunden

 

25. August 2014
10. Etappe: North Berwick – Dunbar

Vom Hafen und dem Scottish Seabird Centre kommend gehen wir Richtung Süden, überqueren den Stadtpark von North Berwick, den Lodge Grounds und streben dem ehemaligen Vulkankegel und Aussichtsberg North Berwick Law, 187 m, entgegen. Diesen lassen wir aber links liegen und gehen auf schmalen Pfaden zwischen Getreidefeldern und durch Wälder.

Schon gegen Ende der ersten 12 Kilometer nach East Linton steigen wir neben einem Sägewerk einen Rücken hinauf, an dessen Rückseite auch die kleine Stadt liegt. Dieser Berg dürfte auch eine Wetterscheide sein, denn der Wind zerrt immer mehr an der Kleidung.

Nach einem Imbiss in ‚The Lothian‘ entscheiden wir uns, die Etappe zu verkürzen und eine Großteil der Etappe im John Muir Country Park am kommenden Tag von Dunbar aus zu machen.

Tipps:
Essen: Pub „The Linton“, East Linton
Café: Coffee Shop 1650, Dunbar
Essen: Pub „Volunteer Arms“, Dunbar

Länge: 12 von 23 Kilometer
Dauer 3 Stunden

 

25. August 2014
Dunbar

War gestern der Aufenthalt draußen als windempfindliche Mitteleuropäerin nicht gerade angenehm, verspricht der heutige Tag umso schöner zu werden.

Wir beschließen das Endstück des John Muir Weges nachzuholen und gehen durch die High Street von Dunbar zum Leisure Pool, wo in der Nähe der Ruinen des Castles der Weg endet. An den Klippen von Dunbar gehen wir auf dem Clifftop Trail in Richtung Westen, bis wir die Belhaven Bay sehen können. Dort passieren wir einen Golfplatz. Ab hier befinden wir uns im John Muir Country Park. Am Beginn der Sands steht eine Brücke über einen kleinen Meeresarm, der auch bei Ebbe nicht zu Fuß zu überqueren ist. Wie überhaupt die Sands am besten nur bei Ebbe zu begehen sind, da man bei beginnender Flut leicht vom Festland abgeschnitten werden kann.

Der Strand ist geschätzte 3 Kilometer lang, wir marschieren an den vorgelagerten Dünen etwa 2 Kilometer entlang und wenden uns dann nach Südwesten, dem Landesinneren zu und gehen über die Sands in Richtung Süden zum dortigen Wald. Dort verläuft ein Weg, wen wir am Waldrand nach Osten folgen. Nach ca. 1 Kilometer treffen wir wieder auf den John Muir Weg.

Wir passieren die Belhaven Bay dann an der Küste und gehen auf der Radroute wieder in die Stadt zurück.

Sehr empfehlenswert: das John Muir Geburtshaus in Dunbar

Länge: ca. 11 Kilometer
Dauer: 3:30 Stunden

 

Fazit:

Wir sind 171 Kilometer gewandert, wenn wir einmal die Stadtbesichtigungen außen vor halten.

Wir haben kulturell unwahrscheinlich viel erfahren in diesen 2 Wochen Wanderschaft: Von den römischen Invasoren über Maria Stuart, der ersten schottischen Königin bis hin zu modernen Sehenwürdigkeiten wie dem Falkirk Wheel, das die Kanalsysteme verbindet und den Kelpsies sowie dem Edinburgh Festival Fringe – nicht zu vergessen den Begründer der Nationalparks John Muir.

Leider sind wir auch sehr viel auf Straßen und auf Asphalt gegangen. Wir schätzen den Umfang bei mindesten 50 Prozent, was bei einem Weitwanderweg eindeutig zu viel ist. Den ursprünglichen John Muir Weg gibt es an sich schon sehr lange, nämlich in seiner Ausdehnung von Musselburgh bis Dunglass. Der heutige, im April 2014 eröffnete Coast-to-Coast Weg ist mehr ein Radweg, auf dem man auch wandern kann. Etwas schade, denn der Namensgeber hielt sich oft monatelang in der Natur abseits von jeder Zivilisation auf, kommt die Natur auf diesem Weg etwas zu kurz.

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