Welterbesteig

Der Welterbesteig im UNESCO-Weltkulturerbe Wachau wurde im Mai 2010 eröffnet. Nun kann man in 14 Etappen 180 km beiderseitig der Donau von Krems nach Melk und retour begehen. Die Etappen sind relativ kurz, aber durch die Ausrichtung als Höhenweg durchaus anspruchsvoll.

Wir haben die schönsten Sehenswürdigkeiten der Wachau auf vier Etappen erwandert.

1. Etappe (14. Juli 2012):

Weissenkirchen – Dürnstein

Eigentlich haben wir es anders geplant, aber es kommt nicht immer so, wie man möchte…
Der Zug von Krems an der Donau nach Dürnstein wollte uns nicht loslassen, wir fanden erst in Weissenkirchen den Absprung, daher gab es die erste Etappe in umgekehrter Richtung.

Ganz leicht ist es nicht aus dem Ort Weissenkirchen herauszufinden und die richtige Richtung auf dem Welterbesteig einzuschlagen. Grundsätzlich ist der Weg sehr gut beschildert, ein paar Schilder mehr könnten es in Weissenkirchen aber sein. Wir gehen auf Anraten der Einheimischen in Richtung Wehrkirche und dann an der ältesten noch in Betrieb stehenden Volkschule linkerhand vorbei. Und dann nicht aufgeben, irgendwann kommt wieder ein Schild!
Tipp: Auf Schilder „Weitenberg“ oder „Panoramaweg Achleiten“ achten!

Gemächlich schlängelt sich der Weg dann durch die Rieden Achleiten und Klaus hinauf auf die erste Anhöhe. Mit schönem Blick auf die Donau geht es zur kleinen Ansiedlung Schildhütten mit der Labestation Pomassl. Hier wird erst ab Ende August bis Ende September ein Heuriger betrieben, außerhalb dieser Zeiten gibt es aber in Selbstbedienung etwas zu trinken.

Der Höhenweg führt uns nun auf Forststraßen durch den Wald, immer an den Hügeln entlang. Bis es wieder etwas bergab geht und es die Möglichkeit gibt, durch das Pfaffenthal zur Donau abzusteigen. Nach insgesamt ca. 12 km zweigt ein schmaler Pfad links von der Forststraße ab und wir steigen 150 m steil zur Fesslhütte auf. Die Fesslhütte ist die einzige Einkehr auf dieser Etappe und sehr beliebt bei Ausflüglern, die nach der Burgruine Dürnstein etwas weitergehen wollen.

Da es inzwischen regnet, wählen wir den Steig, der direkt zur Burgruine Dürnstein abfällt, und gehen nicht auf die Starhembergwarte. In 45 Minuten kommen wir zur berühmten Burgruine Dürnstein mit schönen Blicken auf die Wachau und auf die bizarren Felsformationen. Die Burg Dürnstein diente im 12. Jahrhundert als Gefängnis von König Richard Löwenherz.

Über den Eselsteig steigen wir zur Altstadt Dürnstein ab. Hier tummeln sich auf 20 Gehminuten eine Vielzahl an Besuchern mit schlechtem Schuhwerk, sicher zwanzig Mal mehr als wir auf unserer ganzen Etappe gesehen haben. Wir verlassen die malerische, aber auch sehr touristische Altstadt durch das Kremser Tor und suchen die Bus-Haltestelle, um wieder nach Weissenkirchen zu fahren.

Facts:
Ausgangspunkt: Weissenkirchen Bahnhof
Endpunkt: Dürnstein Bus-Haltestelle
Anreise: Mit der ÖBB von Wien Spittelau nach Krems an der Donau, mit Linie NÖVOG nach Weissenkirchen
Gehzeit: 5,5 Stunden (inkl. kleiner Pausen)
Länge: 17 km
Höhenmeter:  830 m
Schwierigkeit: 3 / 5
Kondition: 4 / 5
Genuss: 4 / 5

2. Etappe (15. Juli 2012):

Weissenkirchen – Spitz

Wieder haben wir einige Probleme auf dem richtigen Weg aus der Ortschaft hinauszufinden. Wir halten uns westwärts und treffen am Ortsrand wieder auf die Markierungen des Welterbesteigs.

Wunderschön, abseits von Autoverkehr führt uns der Weg durch einzigartige Weinlandschaft. Wir passieren die Rieden Ritzling, Postaller und Kollmitz. Nach den ersten reschen Höhenmeter verlassen wir die Weingärten und der Weg führt uns durch Buchenwälder. Immer wieder lichtet sich der Wald und wir können auf die unter uns liegenden Rieden Hochrain, Höll und Kollmütz und auf die Donau blicken.

Oberhalb von St. Michael erreichen wir den Rastplatz  und Aussichtspunkt am Michaelerberg (392 m, keine Einkehrmöglichkeit). Von nun an ändert sich die Landschaft: Wie wandern durch Trockenrasen und Felslandschaften langsam fallend Spitz entgegen. Bald gelangen wir zum Roten Tor, dem Rest der alten Verteidigungsmauer von Spitz und treten wieder in die Weinlandschaft ein. Nach rund 15 Minuten erreichen wir den Spitzer Kirchplatz.

Facts:
Ausgangspunkt: Weissenkirchen
Endpunkt: Spitz
Gehzeit: 3,5 Stunden (inkl. Pausen)
Länge: 10,5 km
Höhenmeter:  500 m
Schwierigkeit: 2 / 5
Kondition: 3 / 5
Genuss: 5 / 5

3. Etappe (16. Juli 2012):

Spitz / Hofarnsdorf – Aggsbach Dorf

Wir nehmen die Rollfähre von Spitz um an die andere Donauseite zu gelangen (€1,20 pP). Vom andern Donauufer haben wir einen schönen Blick auf die Spitzer Kirche, den Tauseneimerberg und die Ruine Hinterhaus.

Recht gemächlich gehen wir die ersten hundert Meter durch die Arnsdörfer Weinrieden, vorbei am Glauberkreuz bis der Weg im Wald verschwindet. Von nun an geht es steil 400 Höhenmeter durch das Buchental bergan, vorbei am Hohen Stein zum Marterl Goldreut (604 m).

Wir gehen nun im Dunkelsteiner Wald in Richtung Kloster Maria Langegg, das wir aber auf dem Europäischen Weitwanderweg 05 „umgehen“. Etwa 400 Meter nach dem Marterl biegen wir rechts auf den wenig begangenen 05-er ab und marschieren bergab. Nach ca. 1 km gesellt sich der Welterbesteig wieder hinzu. Wir bleiben fortan auf dem 05-er, der auch Jakobsweg nach Melk ist.

Wir passieren einen heidnischer Kraftplatz, dem immer noch magische Kräfte nachgesagt werden. Von nun an ist die Burgruine Aggstein nicht mehr weit und bestens beschildert. Nach 2 leichten Kilometern auf Forstwegen erreichen wir die sehr gut erhaltene Raubritterburg aus dem 12. Jahrhundert.

Nach einer Einkehr in der Burgtaverne (Eintritt!) und ausgiebiger Burgbesichtigung machen wir uns zu den letzten 4 km auf: Zuerst steil durch den Herrenwald bergab, z.T. auf der Zufahrtsstraße zur Burg, dann links abzweigend durch den Wald in Richtung Aggsbach Dorf. Leider müssen wir noch einmal 100 Höhenmeter über den Hartl, dann aber führt der Weg wieder inmitten Kulturlandschaft  nach Aggsbach Dorf, wo die Etappe bei der Kartause endet.

Facts:
Ausgangspunkt: Hofarnsdorf
Endpunkt: Aggsbach Dorf
Gehzeit: 4 Stunden (inkl. kleiner Pausen)
Länge: 15 km
Höhenmeter:  720 m
Schwierigkeit: 3 / 5
Kondition: 4 / 5
Genuss: 4 / 5

4. Etappe (17. Juli 2012):

Aggsbach Dorf – Schloss Schönbühel / Melk

Von der Kartause führt ein eigener Weg ca 1 km lang durch Aggsbach Dorf zum Hotel Donauterasse in Richtung Donau. Hinter dem Hotel führt der Weg sehr steil bergan auf den Hohenwarthberg durch den Dunkelsteiner Wald zu einer Bildbuche, dem höchsten Punkt der Etappe. Über Wiesen und Felder geht es dann wieder leicht bergab zur Hohenwarther Höhe (475 m) mit einem schönen Rundblick auf den Dunkelsteiner Wald.

Durch Kulturlandschaft folgen wir dem Weg dann nach Berging, bald gelangen wir wieder an die Donau. Das Schloss Schönbühel, ein markanter Punkt direkt am Donauufer bildet den Endpunkt unserer Wanderung. Von dort nehmen wir den Bus nach Melk.

Facts:
Ausgangspunkt: Aggsbach Dorf
Endpunkt: Schloss Schönbühel / Melk
Abreise: Von Schloss Schönbühel mit dem Wachau Bus WL2 nach Melk, mit der ÖBB von Melk nach Wien Westbahnhof
Gehzeit: 3,25 Stunden (inkl. kleiner Pausen)
Länge: 9,5 km
Höhenmeter:  450 m
Schwierigkeit: 4 / 5
Kondition: 4 / 5
Genuss: 3 / 5

Kartenmaterial:
Wanderkarte Wachau (gratis auf der Website des Welterbesteigs zu bestellen)
ÖK25V, 4323 – West Melk

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