Ruta de Pedra en Sec

28. Mai 2015

Morgen geht es los auf der Ruta de Pedra en Sec in der Gebirgskette Serra de Tramuntana  auf Mallorca. Wir werden in zehn Etappen von Port d’Andratx  im Südwesten nach Pollenca im Nordosten wandern und dabei die höchsten Berge der Insel passieren.

Der GR-221 wird zum Teil auf den historischen Verbindungswegen zwischen den Orten geführt. Den Namen “Ruta de la pedra en sec” (die Route der Trockensteinmauern) erhielt der Weitwanderweg, weil ein Großteil der insgesamt ca. 120 km langen Strecke über mauergestützte Saumpfade und entlang von Natursteinmauern führt, die als Gebietsgrenzen und zur Befestigung von Terrassenfeldern dienen.

29. Mai 2015

Port d’Andratx – Sant Elm

Bei stahlendem Himmel sind wir im Nobelort Port d’Andratx gestartet. Offizieller Start ist die Bushaltestelle an der Bucht. Wir gehen also durch den Yachthafen – obwohl der Eingang wie ein Privatclub ausieht, kann man dem Hafen entlanggehen und die millionenschweren Boote bestaunen. Kurz vor Ende des Hafens (vor den Toiletten) muss man auf die Hauptstrasse und ein paar Schritte zurück gehen und in die Carretera de la Aldea Blanca einbiegen. Am besten hält man sich an die gelben Schilder zum Hotel Mon Port. Kurz bevor man am Hotel anlangt, nimmt man die neue Strasse, die rechts abzweigend bergauf führt. Der ursprüngliche Weg würde dann nach wenigen hundert Metern rechts steil bergauf führen, er ist aber gesperrt, da man zur Zeit eine riesige Baustelle für ein neues Ressort durchqueren würde.

Die neue Strasse schlängelt sich steil bergan. Es ist anzuraten die Abschneider, die mit Steinmännchen oder auch manchmal mit roten Punkten auf Steinen markiert sind, zu nehmen. Da es über Privatgrundstücke geht, ist das Aufstellen von Wegweisschildern nicht erlaubt. Aber der Weg ist aufgrund der Steinmännchen die ganze Etappe lang leicht zu finden.

Wir quälen uns bergauf. Obwohl es gar nicht so warm ist, setzt uns die Hitze zu. Ein Tag zur Akklimatisierung wäre sinnvoll gewesen. Wir steigen also stetig auf einem bequemen Karrenweg bergauf und halten auf den Sendemasten des Pas Vermell zu. Kurz nach der Zufahrt zum Sendemasten passieren wir auf einem steinigen Pfad die Passhöhe mit 308 Metern – den höchsten Punkt heute. Von da an geht es leicht schattig unter markanten Felsen und dann durch Wälder zum nächsten Ort Sant Elm.

Länge: 8,2 km (wir: 10,5 km)

Höhenmeter: 310 m (wir: 386 m)

Dauer: 3:00 Stunden (wir: 4:15 Stunden mit Pausen)

 

30. Mai 2015

Sant Elm – Ses Fontanelles

Schon früh am Morgen marschieren wir die kleine Fußgängerzone Richtung Westen und sind uns am Ende unschlüssig: richtig oder falsch? Richtig, wir müssen nur noch ein ganzes Stück weiter bis an das Ortsende und dann die Avinguda de la Trapa hinauf Richtung Wald. Dabei passieren wir das angeblich beste Lokal des Ortes, das Es Moli. Man sieht, Investoren hatten hier Größeres vor: die Strasse ist sogar durch verfallenen Straßenlaternen gesäumt, als hätte hier vor Jahrzehnten einmal eine Feriensiedlung gebaut werden sollen.

Zuerst führt uns eine breite Forststraße durch den Wald, bald kommen wir an der verlassenen Finca Can Tomevi vorbei und müssen uns zwischen dem ehemaligen Kloster La Trapa und dem Torre de Cala en Basset entscheiden. Wir wollen zum Kloster. Laut Plan dauert der Anstieg nur eine Stunde / 2,8 Kilometer, wir fragen uns aber wie die 275 Höhenmeter, der zügige Anstieg und die leichte Kletterstelle in dieser Zeit zu bewältigen sind. Na gut, wir tragen beide ca. 12 Kilogramm Gepäck für zwei Wochen Wanderung am Rücken. Nach knapp 2 Stunden mit kleinen Verschnaufpausen erreichen wir dann das Ziel.

Wir erkunden das weitreichende Areal und wundern uns, ob das verfallene Kloster irgendwann doch zum Refugi umgebaut werden wird – so zumindest der Plan. Wir folgen weiter der Forststraße Richtung Passhöhe Ses Basses. An der zweiten Spitzkehre nach rechts biegen wir links in einen unscheinbaren Pfad ein, der uns zur Abzweigung zum Mirador d’en Josep Sastre führt. Ein Blick 300 Meter senkrecht hinunter ist ein kleiner Umweg wert.

Von nun an geht es bergab – zuerst auf einem Pfad, dann auf einer Forststraße. Wir halten uns bei einer Weggabelung links und folgen der Forststraße bis zum Parkplatz beim Coll de sa Gramola an der Ma-10. Wir schwenken links auf die Hauptstraße ein und bleiben zwei Kilometer auf ihr bis kurz nach dem Kilometerpunkt 204 ein Weg rechts zur Finca Ses Fontanelles abzweigt. Der GR 221 führt durch das Gehöft. Wir aber bleiben und übernachten hier.

Länge: 12,8 km (wir: 14,4 km)

Höhenmeter: 550 m

Dauer: 5:00 Stunden (wir: 6 Stunden mit Pausen)

31. Mai 2015

Ses Fontanelles – Estellencs

Wir wollen heute der Hitze ein Schnippchen schlagen und sind bereits um 8:00 Uhr am Weg. Recht zügig aber durchwegs beschattet steigen wir in Richtung Mola de s’Esclop auf. Bald verlassen wir den Weg und wir befinden uns mitten im Karst auf einem zerklüfteten Bergrücken. Den Weg können wir nur mehr mittels der Steinmännchen finden. An einem Zaun übersteigen wir eine Leiter und wir befinden uns in einer Abzäunung für Großwild. Wir begegnen mallorquinische  Bergziegen und einer Gemsenart.

Wir befinden uns nun auf einem fruchtbaren Hochplateau und wir passieren eine Finca. Etwas schwer zu finden ist hinter der Finca der Weg, der sich zwischen und unter umgefallenen Bäumen hochschlängelt. Der Weg schwenkt stark nach rechts und wir befinden uns wieder auf einer zerklüfteten Bergflanke, der des S’Esclop. Wieder hanteln wir uns anhand der Steinmännchen zum höchsten Punkt der Tagesetappe (840 m).

Bald geht es steil auf einem Pfad bergab, am Kamm Coll de Quer (725 m) wird der Weg breiter und führt stetig zu Tal. Am Coll de Quer steht ein Wegweiser, der die restliche Gehzeit für 2:45 Stunden ausgibt. Wir sind entsetzt. Wie wir danach auch wissen: zurecht. Die Restzeit beträgt rund 1,5 Stunden.

Nicht einfach zu gehen ist der Forstweg, der nach vielen Serpentinen dann endlich auf die Straße Ma-10 einmündet. Der Weg wird bis Estellencs ab und an auf der Straße geführt. Will man schnell und ohne Umweg nach Estellencs gelangen, marschiert man direkt auf der Straße drei Kilometer lang in den kleinen, sehr hübschen Ort.

Länge: 9,1 km (wir: 11,9 km)

Höhenmeter: 480 m

Dauer: 5:00 Stunden (wir: 5:30 Stunden mit Pausen)


1. Juni 2015

Estellencs – Banyalbufar

Heute hatten wir eine Nullnummer. Nein, nicht dass wir mit dem Bus gefahren wären. Die Etappe ist einfach unnötig. Und der schönste Teil der Wanderung war jener, bei dem wir uns vergangen sind. Aber von vorne:

Wir verlassen den Ort auf der Straße Ma-10 in Richtung Osten. Nach wenigen Minuten gelangen wir zu einem Schild, dass uns aufklärt, dass die offizielle Wegführung des GR 221 gesperrt ist und wir umgeleitet werden. 2007 hat der Landbesitzer beschlossen, keine WandererInnen mehr durchzulassen und hat den Weg mit dickem Stacheldraht verbarrikadiert. Die Lösung ist ein massiver Umweg über die Finca Planicia, die die Inselregierung gekauft hat und nun öffentlich zugänglich gemacht hat.

Etwa drei Kilometer nach Estellencs führt also ein Weg rechts auf die Länderein der Finca Planicia, die wir ausreichend begutachten, da die Wegführung recht ausschweifend ist. Kurz nach der Finca wird der Weg zu einem schattigen Waldpfad. Die Abzweigungen sind nur durch Steinmännchen markiert und dementsprechend schwer zu sehen. Deshalb befinden wir uns bald auf einem schattigen und bemoosten Waldweg entlang von Köhlerplätzen. Doch falsch, wir gehen zurück und marschieren ab dem Gehöft S’Arbocar kilometerlang einer Staubstraße entlang bis bei einer verfallenen Zementfabrik der Weg zu einer befestigten Straße wird und links in Richtung Banyalbufar hinabschwenkt. Noch rund 250 Höhenmeter Abstieg entlang von mit Wein, Früchten und Gemüse bewirtschafteten Terassen, dann sind wir in Banyalbufar. Weil es noch nicht genug war, steigen wir noch die letzten 100 Meter zum Meer hinunter und kühlen uns im alten Hafen ab, der realsozialistischen Flair versprüht.

Länge: 11,2 km (wir: 14,6 km ohne Irrweg)

Höhenmeter: 370 m

Dauer: 4:00 Stunden (wir: 5:30 Stunden mit Pausen)

PS: Uns schwant, dass die AutorInnen unserer Wanderkarte „Mallorca GR-221“ nie selbst den Weg mit Gepäck begangen sind. Zu sehr differieren unsere Weglängen und Gehzeiten mit jenen Angaben aus der Karte. Wir tracken unsere Etappen mit GPS mit.


2.  Juni 2015

Esporles – Valldemossa

Wer viel Sünden abzubüßen hat, geht die ganze Strecke von Banyalbufar bis Valldemossa. Wer braver war, fährt mit dem Bus (Nr. 200) 20 Minuten lang nach Esporles. Die Entscheidung obliegt bei jedem einzelnen. 530 Höhenmeter statt 950 hat uns die Entscheidung leicht gemacht, obwohl die Sünden…

Gegenüber der Kirche in Esporles geht es geradeaus bis zum Ortsende. Dort marschieren wir entlang von Gehöften bis zum Tor der Ländereien der Finca Son Cabaspre. Gleich nach der Einfahrt führt rechts ein Weg auf einer alten Asphaltstraße zügig bergan bis zum Pass Coll de sa Basseta (455 m). Kurz vor dem Pass,nach einer Finca, zweigt ein Karrenweg rechts ab, hier endet die Beschilderung. Ab nun begehen wir die alten Wege der Köhler, wie wir an den unzähligen verfallenen Meilern erkennen. Wir befinden uns nun auf einer Hochebene, die zugegebenermaßen sehr schief ist. Zuerst überqueren wir eine Trockenmauer und etwa 500 Meter später kommen wir an halbrund gemauerte Viehunterständen vorbei. Dort gibt es auch einen Brunnen mit Trinkwasser.

Bald darauf müssen wir wieder mehr als 120 Höhenmeter absteigen und passieren am Coll de Sant Jordi (475 m) ein Tor. Der Wegweiser, der eigentlich hier den richtigen Weg weisen sollte, ist mittlerweile umgefallen. Ab hier wird es wirklich anstrengend. Über 200 Höhenmeter geht es nun in Serpentinen, aber oft auch direkt nach oben zum höchsten Punkt des Berg Sa Comuna (709 m).

Der Abstieg nach Valldemossa ist dafür angenehm, ist der Weg gut ausgebaut und meistens in Serpentinen geführt. Nach rund 300 Höhenmetern bergab stehen wir dann am Eingang des Gartens zum Kartäuserkloster in dem 1838 Frederic Chopin und George Sand überwinterten.

Länge: 10,5 km

Höhenmeter: 530 m

Dauer: 5:30 Stunden mit 3 großen Pausen (insgesamt 1 Stunde)


3. Juni 2015

Valldemossa – Deia

Wir haben heute vor unserem Pausentag noch etwas Besonderes vor: Juan, unser Vermieter von Cafe Mariendas hat uns Genehmigungen organisiert, so dass wir heute durch das Naturschutzgebiet zum Mirador de Ses Puntes und über die Berge Pouet (855 m) und Veia (870 m) gehen dürfen. Nur 50 Personen pro Tag werden in diesem Gebiet erlaubt. Der GR 221 führt normalerweise direkt gegen Norden. Der „Umweg“ dauert etwa eine Stunde.

Am Beginn des GR 221 am Nordende von Valldemossa müssen wir an einem Infostand vorbei, an dem unsere Genehmigung ausgehändigt wird und wir informiert werden, was die Organisation im Schutzgebiet alles tut. Recht zügig steigt dann der Weg in einem relativ dichten Wald an bis wir durch einen Mauerdurchlass auf eine natürliche Aussichtsplattform steigen. Hier gabeln sich die Wege: links nur mit Genehmigung, die einem sofort abgenommen wird und rechts der „normale“ GR 221.

Zuerst führt ein schöner Weg durch den lichten Wald, später dann über felsiges Terrain zu Aussichtspunkt Mirador de Ses Puntes. Der Aussichtspunkt wird zurzeit gerade renoviert. Und schon steigt der Pfad wieder durch Karst und Wälder zu den beiden Berggipfeln. Der eine (Pouet) ist mit einer trigonometrischen Säule gekennzeichnet, am anderen (Veia) steht ein Schutzhaus.

Danach steigen wir rund 100 Meter ab zum Pass Coll Estret de Son Gallard (769 m), erkennbar durch die spitzwinkelige Steinbank. Von dort müssen wir noch einmal hoch auf 892 bzw. 920 m. Wir gehen einem Kamm entlang, der spektakuläre Ausblicke auf die Küste um Deia bereithält. Der Weg nennt sich Cami de S’Arxiduc, Weg des Erzherzogs. Sehr nahe an der Abbruchkante marschieren wir in luftiger Höhe. Bevor wir noch zum Puig des Caragoli kommen, geht links an einer Stele der Weg nach Deia ab. Zuerst über Karst, dann durch den Wald über Geröll und altem Laub fällt der Pfad sehr steil ab. Der Abstieg erweist sich als tückisch. Nach endlosen Serpentinen im Wald führt uns der Weg über verwachsene Steinterassen weg von Deia um nach einigen Serpentinen wieder in die richtige Richtung zu weisen. Der Untergrund ist sehr steinig und wir gehen teilweise auf den Trockensteinmauern. Endlich, nach über 800 Höhenmetern steil bergab passieren wir das Hotel Es Moli, wo wir auf die Ma-10 stoßen. In 10 Minuten sind wir dann im Ortskern von Deia.

Länge: 13 km

Höhenmeter: 580 m bergauf / 830 m bergab

Dauer: 7 Stunden

4. Juni 2015

Rasttag bzw. Wanderung Deia – Cala de Deia – Sa Torre – Deia

Von unserem Hostal gehen wir vorbei am Lebensmittelhändler zur Busstation und weiter auf der Ma-10 in Richtung Soller bis zum Trafohäuschen, dort nehmen wir die Strasse links bergab und folgen dem GR 221 bis zum Tal. Dort führt der GR nach rechts über eine Brücke. Wir hingegen gehen auf der Straße bis zur kleinen Bucht Cala de Deia. Nach dem Baden nehmen wir gleich rechts die Straße durch die kleine Siedlung bergauf uns folgen der Straße bis zu einem Tor. Dort führt der Weg rechts hinab auf einen Privatgrund. Nach einigenhundert Metern muss man einen Zaun auf einem wackeligen Überstieg überqueren. Hinweistafeln weisen darauf hin, dass der Grundbesitzer die Wanderung zum Torre toleriert, wenn der Weg nicht verlassen wird, nicht gepicknickt wird und am Torre nur 10 minuten verweilt wird. Auf einem Pfad mit schönen blicken auf die Küstenlandschaft um Deia erreichen wir dann nach etwa einem Kilometer den Turm.

Länge: 7 km

Höhenmeter: 300 m in Auf- und Abstieg

5. Juni 2015

Deia – Port de Soller

Die 7. Etappe würde uns heute entlang de Küstenlinie bzw. der Ma-10 durch Kulturlandschaften und Kieferwäldern von Deia nach Port de Soller führen. Würde! Denn aufgrund von Gelenksproblemen entscheiden wir uns für Schonung, um wenigstens noch ein zwei Etappen auf dem GR 221 zurücklegen zu können. Bis Soller, also etwas weiter als bis Port de Soller, sind dafür 13,4 Kilometer und 390 Höhenmeter im Aufstieg und 500 im Abstieg vorgesehen.

Wir fahren also mit dem Bus 210 in 30 Minuten nach Port de Soller und besuchen dann mit der einzigen und sehr überteuerten Straßenbahn Mallocas Soller.


6. Juni 2015

Rund um Tossals Verds

Heute wäre die achte und auch längste Etappe geplant gewesen. Die Strecke führt von Port de Soller, über die Ortschaften Soller und Biniaraix, den Pass des L’Ofre zum Cuber Stausee und dann zum Refugi Tossals Verds. Die meisten WandererInnen kürzen auf dieser Etappe ein Stück ab: sie fahren mit der Straßenbahn nach Soller (minus 5 Kilometer) oder bis zum Stausee Cuber (minus 12 Kilometer). Im Ganzen beträgt die Strecke 23,7 Kilometer und über 1060 Höhenmeter im Anstieg. Diese muss man am nächsten Tag auf der Etappe zum Kloster Lluc wieder absteigen. Um den langen Abstieg zu reduzieren, entscheiden wir uns, nicht im Refugi Tossals Verds zu übernachten, statt dessen in Port de Soller zu bleiben und die achte Etappe als Tagestour zu begehen.

Wir fahren mit dem Bus 354 zum Cuber Stausee. Der Bus fährt nur zweimal täglich, d. h. den Bus retour dürfen wir nicht versäumen. Am Stauseee angelangt gibt es zwei Möglichkeiten, Es Tossals Verds zu umrunden: zum einen im Uhrzeigersinn mit gemächlichem Abstieg zu Beginn und steilem Anstieg zum Ende hin oder die Anstrengung gleich am Morgen. Wir entscheiden uns für die zweite Option.

Wir schlagen den Weg zu Pas Llis ein und steigen gleich einmal 150 Höhenmeter zum Coll de sa Coma des Ases (903 m) auf um danach über steinige Pfade und Geröll zum Pas Llis (640 m) abzusteigen. Damit hätten wir das schwierigste Stück auf dieser Tour bereits hinter uns. Gleich nach dem tiefsten Punkt in der Schlucht geht es über Felsen, die mit Ketten gesichert sind wieder bergan. Wenn diese Stelle überhaupt Via Ferrata genannt werden kann, dann ist die Schwieigkeit allerhöchstens A. Nun nähern wir uns auf felsigem Terrain in einem steigen Auf und Ab dem Refugi Tossals Verds (540 m). Wir durchqueren einen Kessel, in der sich die Hitze staut und in der Esel gehalten werden bis wir kurz nach einer Kuppe im Areal der Herberge stehen. Hier kann übernachtet, Mit Voranmeldung gegessen und Wasser nachgefüllt werden. Die schattigen Bänke laden zum Verweilen ein, auch über die Siesta hinaus.

Zum längeren, aber weniger steilen Rückweg gehen wir hinter der Hütte bergan und halten uns rechts. Durch lichte Wälder schlängelt sich der Pfad in einem leichten Anstieg zu einem Pass in Höhe Ses Cases Velles (707 m). Wir queren ein Bachbett – eine Seltenheit und steigen langsam zur Anzweigung zuur Quelle Font des Prats auf. Hier kann man rechts in 10 Minuten die Quelle erreichen. Will man weiter auf dem GR 221 zum Kloster Lluc gehen, muss man diesen Weg nehmen. Gleich nach der Abzweigung ist der höchste Punkt des Rückweges erreicht, der Pass Coll des Coloms (808 m). Von hier fällt es den restlichen Weg ganz leicht, das dem Aquädukt zu verdanken ist, das der Grund der Wegführung ist.

Länge: 15,8 km

Höhenmeter: 550 m

Dauer: 6:45 Stunden

 

Nun endet unser Abenteuer nach Etappe sieben von zehn auf dem Trockenmauerweg auf Mallorca. Wir haben uns entschlossen, die restlichen Etappen in einem Oktober, wenn es um einiges kühler ist, nachzuholen. Und es gibt noch viele Tagestouren mit dem Standort Port de Soller zu begehen, wie: Puig Massanella, Puig Roig, Puig L’Ofre, Torrent des Pareis… Wir waren erstaunt über den doch so dezenten Tourismus hier im Norden auf Europas beliebtester Ferieninsel und über die herzliche Gastfreundschaft auf unseren Wanderungen. Aber jetzt geht es an den Strand!

Mallorca hat uns wieder!

20. April 2016

Rundweg von Port de Soller über Cal Gros zum Refugi Muleta

Unseren Beinen geht es gut und es ist auch sehr viel kühler als vor einem Jahr. Also – alles in allem – gute Voraussetzungen um den Trockenmauerweg zu vollenden.

Nach zwei Tagen in Palma de Mallorca steht uns nun der Sinn nach eine kleinen Einstimmungsrunde. Wir starten bei der Straßenbahn-Haltestelle am Südende der Bucht von Port de Sóller und spazieren die Strandpromenade nach Westen. Nach dem Hotel ‚Los Geranios‘ verschwinden wir links in eine Seitenstraße und folgen der Nebenstraße in Richtung Deià. Wir passieren das mallorquinische Restaurant ‚Campo Sol‘. Nach etwa 500 Metern zweigt ein Weg rechts in den Wald ab. Zuerst geht es steinig durch den Wald bergan, später durch alte Olivenhaine bis wir auf die Agrotourismus-Finca Muleta de Ca s’Hereu, die auch Herberge bietet, stoßen. Achtung, hier handelt es sich noch nicht um das Refugi Muleta, das dauert nicht ein Stückchen. Recht eben geht der Weg weiter, bis wir auf den GR 221 von Deià treffen. Hier zweigen wir rechts ab und absolvieren die letzten Höhenmeter. Wir gehen auf steinigem Weg stetig nach Norden in einem leichten Bergauf bis wir am Cap Gros stehen. Nun zweigt ein Pfad rechts ab, der direkt zu Refugi Muleta führt. Dort bekommt man kalte Getränke und Pa amb oli und Quartier gegen Voranmeldung. Wir passieren das Refugi und den Leuchtturm und streben nun zügig auf der Straße immer mit Blick auf die fast kreisrunde Bucht von Port de Sóller unserem Ausgangsort zu.

Länge: 8,2 km

Höhenmeter: 230 m

Dauer: 3:15 Stunden (inkl. Pausen)

21. April 2016

Von Deia bis Port de Soller

Wir fahren mit dem Bus um 10:00 Uhr morgens an jenen Ort, an dem wir im letzten Jahr die Wanderung abbrechen mussten: Deiá. Gleich nach der Bushaltestelle wenden wir uns gegen die Fahrtrichtung und gehen die Straße wenige Meter ostwärts. Beim Trafohäuschen sehen wir dann den Wegweiser des GR 221, dem wir zur Cala de Deià folgen. Nach dem Sportplatz und der Schule zweigt der Weg von der Straße ab und wir steigen durch Olivenhaine und dann auf der Straße zur Bucht ab. Wir kreuzen den GR 221, der im Landesinneren nach Port de Sóller führt. Wir möchten heute auf dem alten, aber neu beschilderten Küstenweg nach Port de Sóller wandern. Wir passieren rechterhand zwei Parkplätze, bei einer kleinen Kreuzung  steigen wir rechts den Waldpfad in den Wald hinauf. Oben stehen wir dann über der Cala de Deià mit einem wunderschönen Blick auf türkises, glasklares Wasser. Wir erreichen dann einen Rastplatz. Hier muss man Acht geben: Leicht wählt man hier den falschen Weg zu nahe an der Küste, der irgendwann im Gebüsch endet.

Ab hier sind wir immer in Meeresnähe mit tollen Ausblicken auf Buchten und Felsformationen. Der Weg wurde neu ausgeschildert und teilweise neu befestigt. Viele verirren sich auf dem Weg und nehmen immer mal wieder den falschen Weg. Mit ein bisschen Obacht kann man aber nicht vom Weg abkommen. Bei einer Finca zweigt der Weg rechts nach Llucalcari ab. Wir bleiben aber auf dem Küstenweg bis eine massive Felswand uns durch einen sehr alten Olivenhain wieder in die Höhe zwingt. Irgendwann kommt die Zivilisation wieder und der Weg endet auf einer Straße. Wir marschieren zwischen Häusern bis wir beim Restaurant Bens D’Avall durch ein trockendes Bachbett wechseln müssen. Für die Querung gibt es zwei Möglichkeiten: zuerst kommen wir an den alten, etwas wackeligen Stäben vorbei, etwas später wurde eine bequeme und sichere Querung bebaut.

Ab hier steigen wir auf der Straße in Serpentinen den Hügel hoch bis wir bei Son Augustinus wieder auf den GR 221 stoßen. Hier verlassen wir wieder die Straße und folgen dem Feldweg bis Muleta Gran und der GR 221 in Richtung Refugi Muleta links abzweigt. Da wir gestern schon eine Rast im Refugié gemacht haben und dort auch nicht übernachten wollen, bleiben wir auf dem Weg und steigen durch Olivenhaine, vorbei an Muleta ca s’Hereu nach Port de Sóller ab (siehe Tour 20. April 2016).

Länge: 12,4 km

Höhenmeter: 270 m im Aufsteig, 440 m im Abstieg

Dauer: 5:00 Stunden (inkl. Pausen)

22. April 2016

Von Cuber nach Tossals Verds

Wie schon im letzten Jahr machen wir uns mit dem Bus L354 auf den Weg von Port de Sóller zum Cuber Stausee. Die offizielle Wegstrecke würde vom Refugi Muleta über Port de Sóller über Biniaraix der Passhöhe Coll de L’Ofre zum Stausee und dann weiter bis zum Refugi Tossals Verds führen. Wir wollen die gut 1000 Höhenmeter und 23,5 Kilometer abkürzen. Fast wäre das nicht geglückt, aber wir hatten noch Mal Glück.

Was ist passiert? Am Freitag Morgen stehen so viele Menschen an der Bushaltestelle, dass gut noch einmal ein Bus gefüllt werden könnte. Leider ist britisches Schlangenstehen ein Fremdwort und deutsche WandererInnen schliessen sich spontan in eine Gruppe zusammen und kaufen mit einem Schlag die Karten für den halben Bus. Nach vierzig verkauften Sitzplätzen schließt der Busfahrer die Tür und fährt los. Wir haben das Glück und ergattern die vorletzten Tickets und rutschen gerade noch mit. Der Rest der Wartenden hatte nur die Möglichkeit, ein Taxi zu ordern oder die Wanderung zu verschieben. Auch die Wartenden in Sóller müssen wie so oft in der Woche unverrichteter Dinge wieder gehen, der Zustieg in Sóller ist – so wird uns erzählt – nie mehr möglich.

Am Cuber Stausee müssen wir uns entscheiden: entweder die längere, aber gemächlichere Route über Sa Font des Noguer entlang der Wasserrinne oder die schnellerer, anstrengendere Strecke über Pas Llis. Da wir noch den Gipfelsturm auf den Puig des Tossals Verds auf der sonst etwas kurzen Wanderung im Auge haben, nehmen wir die offizielle Wegführung. Am Rastplatz Sa Font des Noguer müssen wir schon genau schauen, um den richtigen Weg zu sehen, ab dann geht es sehr gemütlich entlang der Wasserrinne, der die Stauseen Cuber und Gorg Blau verbindet. Nach einer kleinen Brücke geht es bergan zum Pass Coll des Colloms (795 m). Von hier zweigt der beschilderte Weg zum Puig des Tossals Verds ab. Wir lassen die Rucksäcke hinter einem Felsen und machen uns mit leichtem Gepäck zum Gipfel auf. Zuerst steigen wir durch einen Steineichenwald auf bis wir ein verfallenes Schneehaus erreichen (954 m), in dem vor der Erfindung des Kühlschranks Schnee für die Kühlung im Sommer gesammelt wurde. Ab diesem Zeitpunkt geht es über karstige Hänge zum Gipfel (1105 m). Obwohl der Gipfelblick sicher nicht der schönste in der Serra Tramuntana ist, haben wir einen schönen Ausblick auf Gorg Blau, Puig de Massanella und Puig Major.

Nach ca. zwei Stunden sind wir wieder zurück am GR 221. Wir machen uns wieder auf den Weg zum Refugi. Wir wandern entlang des Puig des Tossals Verds bis zur Anhöhe Coll de Sa Basola (707 m). gegenüber können wir gut die Bogen eines Aquäduktes sehen. Hier gibt es eine Wegkreuzung: Geradeaus führt der GR 221 zum Refugi, rechts zweigt ein Pfad ab, der neben Viehweiden, vorbei am Pou de sa Coma etwas schneller zum Refugi führt. Wir nehmen den rechten Pfad und machen Bekanntschaft mit Eseln, Bergziegen und Schafen. Bald kommen wir am neuen Refugi Tossals Verds (568 m) an und genießen einen Nachmittag am offenen Kamin und einen Abend mit gutem mallorquinischen Essen.

Länge: 11 km

Höhenmeter: 360 m im Aufstieg, 570 m im Abstieg

Dauer: 4:15 Stunden (inkl. Puig des Tossals Verds)

23. April 2016

Von Tossals Verds nach Lluc

Nach einem frühen Frühstück in der Berghütte machen wir uns zeitig zur Königsetappe auf. Wir werden dabei den höchsten Bergpass der Insel neben dem höchsten begehbaren Gipfel der Insel überschreiten.

Aber von Beginn an: Wir müssen ein Stück des gestern zurückgelegten Weges noch einmal gehen – und zwar genau eine Stunde zurück bis zur Abzweigung Font des Prat (767 m). Diesmal nehmen wir den GR 221. Eigentlich könnte man auch an einem Tag vom Cuber Stausee über Sa Font des Noguer und dem Coll des Coloms bis Font des Prat und dann weiter nach Lluc marschieren. Von der Zeit und von der Anstrengung wäre es leichter, andererseits würde man aber einen netten Abend im Refugi Tossals Verds versäumen.

Von der Abzweigung sind es nur 10 Minuten bis zur Quelle Font des Prat. Danach geht es durch kühle Wälder nicht zu steil 300 Höhenmeter bergan. Dann befinden wir uns im Karst und haben einen Ausblick auf die Serra des Teixos und die Flanken des Puig de Massanella. Der Bergpass Coll des Prat (1205 m) ist bereits in Sicht. Auf dem Pass eröffnet sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die östliche Serra Tramuntana bis zur Halbinsel Formentor im Osten der Insel.

Nach kurzem Genuss geht es gleich steil 200 Höhenmeter bergab. Wir durchqueren den Taleinschnitt Torrent de Comafreda um gleich danach noch einmal auf 1126 m zum Coll des Telegraf aufzusteigen. Hier zweigt ein Weg rechts zum Puig d’en Galileu (1195 m) ab. Wir verzichten dieses Mal auf die schöne Aussicht und bleiben auf dem GR 221. Wir gehen weiter zum Coll de des Cases de Neu (1107 m). Hier haben wir die Möglichkeit, Ruinen von Schneehäusern zu besichtigen. Zurück an der Wegkreuzung zweigt ein restaurierter Trockensteinweg in engen Serpentinen steil bergab ab. Hier beginnt der Abstieg nach Lluc auf dem Cami Vell de Des Voltes d’en Galileu. Wir müssen uns sehr konzentrieren, der steile Weg ist sehr schwer zu begehen.

Nach fast unzählbaren Serpentinen tauchen wir in einen Steineichenwald ein, dann passieren wir etliche Köhlerplätze. Es wird weniger steil. Bei der Ansiedlung Son Macip queren wir die MA-10. Wir nähern uns sicher dem Kloster Lluc. Kurz vor dem Kloster müssen wir noch einige hundert Meter auf alten Steinwegen zurücklegen und nach 25 Minuten erreichen wir den großen Parkplatz des Monastir de Lluc (480 m). Da wir ein Zimmer im Kloster gebucht haben, spazieren wir gemächlich über den schönen Vorplatz und stehen bald vor dem Hauptgebäude.

Länge: 15,3 km

Höhenmeter: 750 m im Aufstieg, 780 m im Abstieg

Dauer: 5:30 Stunden (ohne Pausen)

24. April 2016

Von Lluc nach Pollenca

20 Minuten benötigen wir zum Refugi Son Amer (545 m). Wir gehen vom Parkplatz des Klosters 300 Meter der Straße entlang bis ein Weg links zum Refugi abzweigt. Nach 60 Höhenmetern passieren wir das Refugi und steigen im Nebel – am Morgen hat es geregnet – zum Coll Pelat (690 m) und Coll Pedregaret (650 m) auf. Mit diesen letzten 200 Höhenmetern haben wir den letzten Anstieg des Trockenmauerwegs hinter uns gebracht. Beim Coll Pedregaret könnten wir zum Puig Tomir (1103 m) aufsteigen, da wir den Gipfel heute nicht sehen können, lassen wir es lieber.

Von nun an geht es auf einer schmalen asphaltierten Straße vorbei am Font de Muntanya (Wasser nachfüllen!) nach Binifaldó hinab. Nach dem Centre d’educacio ambiental Binifaldó zweigt rechts eine breite Forststraße ab, deren Kehren sich durch Abschneider abkürzen lassen. Immer wieder wird der Weg über Stücke alter Steinwege geführt. Die letzten Höhenmeter schlängeln sich dann auf einem durch Mountainbiker ausgefahrenen Pfad ins Tal Val d’en Marc. Bald verlassen wir den Wald und gehen auf Nebenstraßen zwischen Fincas zur MA-10. Eigentlich müsste der Weihwanderweg bei der Ansiedlung Hort de Son Grua enden.

Nun marschieren wir teils auf einem Wanderweg am Bach Torrent de la Vall (Achtung: an zwei Stellen ist der Weg abgebrochen!), direkt an der MA-10 oder auf Nebenstraßen 4 lange Kilometer nach Pollenca. Die Ruta de Pedra en Sec endet am Refugi an der alten Römerbrücke im Norden der Stadt. Wir nähern uns über den Kalvarienberg unserem Hotel in der Altstadt.

Länge: 19,4 km

Höhenmeter: 240 m im Aufstieg, 680 m im Abstieg

Dauer: 6:00 Stunden (ohne Pausen)

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