Corona-Wandern: Wanderungen rund um Graz

Palmkatzerl

ab 16. März 2020

Seit dem 16. März 2020 gibt es in Österreich einen Lockdown: Das bedeutet eine Ausgangssperre um den COVID-19-Virus langsam auszuhungern. Mittlerweile gibt es nicht nur unter Wander- und Bergfreund*innen eine Diskussion, was nun draußen alles erlaubt ist und was nicht.

Daher möchte ich euch nun einmal die Passage aus dem Covid-19-Maßnahmengesetz zitieren:

§ 1. Zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 ist das Betreten öffentlicher Orte verboten.
§ 2. Ausgenommen vom Verbot gemäß § 1 sind Betretungen,
(…)
5. wenn öffentliche Orte im Freien alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen, gegenüber anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten.

https://www.ris.bka.gv.at/

Es gibt also keine Vorschriften, wann, wie lange und wohin man unterwegs ist, solange man gegenüber nicht im Haushalt lebenden Personen einen Abstand von 1 Meter einhält.

Und nun kommt der Hausverstand ins Spiel: Ausgangssperren gibt es deshalb, um die Neuinfektionen zu verringern und somit nicht alle Pflegekapazitäten in den Krankenhäusern auszulasten. Denn kommen wir an die Grenze unserer Pflegekapazität, muss entschieden werden, wer an die Beatmungsmaschinen angeschlossen werden und wer nicht. Das wollen wir alle nicht.

Deshalb ist es sinnvoll, auf Outdooraktivitäten mit erhöhtem Verletzungsrisiko wie Klettern, Schitouren gehen oder Mountainbiken bis auf weiteres zu verzichten.

Ob nun lange Autofahrten zum Wanderziel als potenziell gefährlich einzustufen sind, ist jedem / jeder selbst überlassen. Fakt ist jedoch, dass Ausflugs- und Wanderziele wie z.B. der Stubenbergsee oder der Thalersee mittlerweile gesperrt wurden. Orte wie die Teichalm, der Schöckl oder der Grüne See sind hoffnungslos überlaufen und die zuständigen lokalen Stellen denken über Sperren für nicht im Bezirk lebende Personen nach. Man sollte sich also genau überlegen, wohin die Reise geht.

Blick vom Novystein
Blick vom Novystein

Daher habe ich eine Liste von mehr oder weniger bekannten, kleinen Wanderungen zusammengestellt, die in unmittelbarer Umgebung von Graz zu machen sind. Zur Zeit ist die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel für Freizeitgestaltung (noch) nicht erlaubt*, deshalb handelt es sich um Wanderungen, die mit dem Individualverkehr – also mit Pkw oder Moped oder bei guter Kondition mit dem Fahrrad – zu erreichen sind:

* Anmerkung: Seit 15.3. ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für Freizeitfahretn wieder erlaubt. Siehe: https://orf.at/stories/3161946/ 
Daher werde ich in Zukunft die Corona-Wanderungen mit Öffi-Wanderungen ergänzen.

  • Niederschöckl vom Theisslwirt
  • Noystein und Burg Ehrenfels
  • Novystein und Erhardhöhe
  • Burgstaller Höhe
  • Rund um den Buchnicklkogel in Stattegg

Niederschöckl vom Theisslwirt

Der Theisslwirt hat vor ca. einem Jahr nach Renovierung und Umbau wieder eröffnet und ist jetzt sehr stark von der Schließung der Gastronomie betroffen. Der Parkplatz ist eigentlich nur für Kund*innen vorgesehen. Falls jemand von Wirtshaus da ist, sollte man daher fragen, ob man parken darf und nicht vergessen, nach der Wiedereröffnung ein- oder mehrmals vorbeizuschauen.

Den Weg vom Theisslwirt habe ich schon in diesem Blog beschrieben, daher verlinke ich hier die Route: https://giesskanne.wordpress.com/2017/07/02/schoeckl-vom-theisslwirt/

Facts:
Ausgangspunkt: Gasthaus Theisslwirt, Semriach.
Gehzeit: 3 Stunden
Länge: 7,3 km
Höhenmeter: 350 m
Schwierigkeit: 3 / 5
Kondition: 2 / 5
Genuss: 4 / 5

 

Novystein und Burg Ehrenfels

Novystein
Novystein

Der Beginn des Weges ist gut sichtbar: An der Spitzkehre befinden sich drei gelbe Wegweisschilder.   Wir gehen am Kalkbach entlang in den Wald hinein und passieren die Katharina-Quelle. Wir folgen dem Weg 28, queren die Ehrenfelsstraße. Danach geht es sehr steil bergauf bis zum Monument am Novystein (896 m). Von dort gehen wir den Weg entlang der Felskante bis zum Gipfelkreuz mit seinem Herzbankerl (910 m). Von hier haben wir wunderbare Blicke auf den Schöckl und das Grazer Becken. Wir gehen weiter bis wir an eine Wegkreuzung kommen, wir folgen dem Weg 27 weiter in Richtung Erhardhöhe. Bald geht ein unmarkierter Weg rechts ab und wir steigen steil in den Klammgraben ab. Wir stoßen auf eine Forststraße (Waldtoniweg), der wir für wenige Meter nach rechts folgen. Wir biegen die Ehrenfelsstraße (Weg 28A) nach links ein und folgen dieser etwas einem Kilometer. In einer Linkskurve geht zwischen Einfamilienhäusern ein Weg in Richtung Ruine Ehrenfels ab. Diesem Weg folgen wir und in wenigen Minuten sind wir wieder am Startpunkt.

Facts:
Ausgangspunkt: Kehre an Quellenstraße / Kreuzbergstraße beim Rehabilitationszentrum in St.Radegund, Parkplatz gegenüber Weg zur Ruine Ehrenfels
Gehzeit: 1,5 Stunden
Länge: 4,8 km
Höhenmeter: 270 m
Schwierigkeit: 2 / 5
Kondition: 2 / 5
Genuss: 3 / 5

Ruine Ehrenfels
Ruine Ehrenfels

 

Novystein und Erhardhöhe

Erhardhöhe
Erhardhöhe

Der Wanderweg beginnt in Kreuzberg gegenüber dem ehemaligen Gasthof Lampersberger. Wir queren die Straße und steigen am Waldrand sehr steil auf bis wir zu einer Straße und einem Gehöft kommen. Zwischen den Gebäuden zweigt ein Forstweg links ab, wir passieren einen Sender und steigen sehr steil zum Novystein auf. Bei einer Dreiergabelung halten wir uns rechts und dann gleich nochmals rechts. Die letzten Meter zum Novystein sind sogar mit einem Seil versichert.

Dann genießen wir eine kurze Rast auf den Bankern um das Monument (896 m), dann gehts am Felsgrad entlang weiter bis zum eigentlichen Gipfelkreuz (910 m). Wir gehen weiter leicht bergab bis zu einer Wegkreuzung und nehmen den Weg 27 in Richtung Erhardhöhe. Wir gehen teils auf weichen Waldwegen, auf Lichtungen oder auf breiten Forststraßen immer leicht bergan. Die Erhardhöhe (1049 m) ist eigentlich nur eine Wiesenkuppe mit schönem Blick auf das Grazer Becken.

Wir gehen bis zur ersten Weggabelung denselben Weg zurück, entscheiden uns aber nicht mehr über den Novystein zu gehen. So umrunden wir ihn westseitig und stoßen kurz vor dem Gehöft wieder auf den Hauptweg.

Novystein
Novystein

Facts:
Ausgangspunkt: Kreuzberg, ehemaliger Gasthof Lampersberger, 668 m
Gehzeit: 3 Stunden
Länge: 9,5 km
Höhenmeter: 480 m
Schwierigkeit: 2 / 5
Kondition: 2 / 5
Genuss: 2 / 5

 

Burgstaller Höhe

Burgstaller Höhe
Burgstaller Höhe

Vom Parkplatz beim verfallenen Haus führt ein gut sichtbarer, aber nicht markierter Pfad bergan durch den Wald. Nach ca. 20 Minuten Gehzeit führt der breite Weg nach rechts, wir zweigen aber links in Richtung Burgstaller Höhe ab. Achtung, die Abzweigung ist etwas unscheinbar! Wir gehen links an einem Stacheldrahtzaun entlang bis ein Durchlass kommt. Wir gehen hindurch und steigen dann auf eine langgezogenen Kuppe auf, die nicht bewaldet ist. Auf der ersten Anhöhe gelangen wir an ein geschnitztes Kreuz. Wir gehen auf einem Kamm weiter bis wir 10 Minuten später zum eigentlichen Gipfelkreuz der Burgstaller Höhe (1218 m) kommen. Das Kreuz steht an einer steilen Wand; an einem Baum hängt eine Dose, die eine Panorama-Ansicht der Berge beinhaltet. An schönen Tagen kann man hier bis zum Hochschwab schauen.

Von dort folgen wir dem Weg weiter steil bergab bis man an eine Forststraße kommt. Der folgen wir nach rechts. Nach weiteren 15 Minuten wandern wir über eine Alm mit kleinem Teich und Jagdhütte. Danach geht es weiter durch ein Gebiet, in dem kürzlich Forstarbeiten stattgefunden haben. Zuletzt stoßen wir auf eine breite Forststraße, auf der wir in wenigen Minuten zurück zum Parkplatz spazieren.

Facts:
Ausgangspunkt: Vorbei am Schöckkreuz und bald nach dem Angerkreuz befindet sich ein kleiner Parkplatz neben einem verfallenem Haus
Talort: St.Radegund
Gehzeit: 2 Stunden
Länge: 5,4 km
Höhenmeter: 270 m
Schwierigkeit: 2 / 5
Kondition: 2 / 5
Genuss: 3 / 5

 

Buchnicklkogel

Buchnicklkogel
Buchnicklkogel

Die Hügel um Stattegg sind mit Wanderwegen, Reitwegen und Mountainbikestrecken durchzogen. Man kann sich also seinen eigenen Weg suchen und ist dabei meistens recht ungestört. Verirren ist auch kaum möglich, man kommt immer schnell wieder in den Ort zurück.

Variante 1:
Wir gehen an der Stattegger Straße entlang und passieren die Haltestelle Hub. Links von uns ist eine große Wiese mit Schwimmbad. Bei den ersten Einfamilienhäusern rechts (Kennzeichen: ein verlassenes, weißes Betonhaus weiter hinten) gehen wir rechts den Hügel hinauf. Wir gehen über Terrassen und halten uns rechts. Wir kommen an einem Designerhaus mit Schwimmbad vorbei, verschwinden links im Wald und und gehen danach auf einer sonnigen, überwachsenen Forststraße den Hang entlang. Wir umrunden einen kleinen Hügel und wandern eine Etage höher wieder Richtung Süden. Bald zweigt eine Forststraße rechts ab und wir gehen in Serpentinen bergab bis wir wieder zum Designerhaus stoßen.

Man kann am Weg aber auch weitergehen und gelangt dann zur Variante 2 in umgekehrter Richtung. Beide Varianten kann man natürlich auch als große Runde gehen.

Variante 2:
Hinter dem Parkplatz folgen wir einem umgepflasterten Weg, der uns an einem Einfamilienhaus entlang führt. Wir treffen auf eine Straße und gehen diese bis zu einer großen Garage hinauf. Dann halten wir uns rechts und kommen am Bogenschussparcour vorbei. Von dort folgen wir der breiten Forststraße bergauf. Zuerst geht es steil bergauf in östlicher Richtung. Wir passieren einen Graben bis wir an einer Wegkreuzung stehen wir nehmen einen der zwei mittleren Wege bergauf. Nach wenigen Metern gelangen wir zu einen breiten Wanderweg, den wir nun längere Zeit nach Norden folgen bis wir in der Nähe die Kalkleitenstraße sehen. Bevor wir auf eine Wiese bei der Straße hinaustreten, nehmen wir den versteckten Pfad links und gehen durch einen romantischen Graben. Dann gelangen wir auf den markierten Weg in den Falschgraben, den wir links bergab zurück auf den Parkplatz folgen.

Facts:
Ausgangspunkt: Parkplatz im alten Ortszentum von Stattegg
Variante 1:
Gehzeit: 2 Stunden
Länge: 6,5 km
Höhenmeter: 280 m
Schwierigkeit: 2 / 5
Kondition: 2 / 5
Genuss: 2 / 5

Variante 2:
Gehzeit: 2,5 Stunden
Länge: 7 km
Höhenmeter: 340 m
Schwierigkeit: 2 / 5
Kondition: 2 / 5
Genuss: 3 / 5

3 Kommentare zu „Corona-Wandern: Wanderungen rund um Graz

  1. betr die werbung auf dieser seite – in 2 stunden fliessend englisch sprechen – wer haftet dafür? ich bin nicht der hellste, ok. aber ich hab da schon deutlich länger gebraucht …

    1. Hallo Peter!
      Ich hab auch länger gebraucht! Für diesen Blog muss ich bei WordPress nichts zahlen, dafür spielt mir WordPress diese mehr oder wenig sinnigen Werbungen rein! 😉
      LG,
      Andrea

      1. dacht ich mir. bloss: die frage scheint mir nicht sinnig, eher ob legal. heisst: falls überhaupt, dann haftung durch wordpress. ich hab beim VKI eine anfrage laufen.

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